Bei einer Gefährdung, zum Beispiel bei einem Brand, hat der Arbeitgeber die Verantwortung dafür, dass das Gebäude schnell und sicher evakuiert wird. Die Evakuierung dient dem Schutz der Mitarbeiter, Besucher und Fremdarbeiter in dem betroffenen Gebäude.
Die Brandschutzhelfer/Evakuierungshelfer sind übrigens nicht in erster Linie für das Löschen eines Brandes zuständig. Sie sollten ggf. nur bei Entstehungsbränden tätig werden – und auch dann nur, wenn für sie keine Eigengefährdung besteht.
Auch bei einem Brandverdacht sollte immer die Feuerwehr alarmiert werden. Niemals sollte man sich darauf verlassen, dass bereits andere die Feuerwehr verständigt haben.

Was sollte man bei der Alarmierung beachten?

Die Brandmeldung kann automatisch über eine Brandmeldeanlage oder manuell über Druckknopfmelder bzw. das Telefon erfolgen. Bei einem Notruf ist immer Folgendes anzugeben:

  • Wo brennt es? (Ort, Ortsteil, Straße, Hausnummer)
  • Was brennt? (z.B. Stoffe, Gefahrstoffe, Möbel etc.)
  • Wie viel brennt? (z.B. Müllcontainer, Papierkorb, Büro)
  • Welche Gefahren? (z.B. brennbare Flüssigkeiten, Gase, explosionsfähige Bereiche, Hinweise auf besondere Umstände, z.B.: Gibt es Verletzte oder eingeschlossene Personen? Handelt es sich um ein besonderes Gebäude, z.B. ein Krankenhaus oder Pflegeheim, eine Schule oder ein Hochhaus?)
  • Warten auf eventuelle Rückfragen!
  • Sprechen Sie langsam und deutlich!

Zusätzlich zu den Brandschutzhelfern können auch sogenannte Evakuierungshelfer vom Unternehmer gemäß § 10 des Arbeitsschutzgesetzes bestellt werden. Ein Brandschutzhelfer kann auch gleichzeitig als Evakuierungshelfer fungieren. Dies ist sinnvoll, wenn sich mehrere Personen im Gebäude befinden, die eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung haben.

Es ist erforderlich, dass die bestellten Brandschutz-/Evakuierungshelfer für eine Evakuierung/Menschenrettung geschult werden.
Die Brandschutzhelfer/Evakuierungshelfer unterstützen bei einem Evakuierungsalarm die Durchführung des Räumungsvorgangs in ihren Zuständigkeitsbereichen und helfen hilfsbedürftigen Personen bei der Evakuierung. Bei der Gebäuderäumung sollen die sie durch ihr geschultes Verhalten und durch gezielte Verhaltensanweisungen das Entstehen einer Panik verhindern. Des Weiteren kann es ihre Aufgabe sein, Meldungen an eine betriebliche Zentrale weiterzuleiten, damit die Einsatzleitung informiert wird und reagieren kann.

Zusätzlich kann der Brandschutzhelfer/Evakuierungshelfer Sicherungsaufgaben übernehmen. Dabei kann es sich um die Kontrolle oder Absperrung der Einfahrt auf das Betriebsgelände oder um Absperrposten in dem Gefahrenbereich handeln.

Alarmübungen

Alarmübungen sind die notwendige Ergänzung zur regelmäßigen Unterweisung. Sie sollten deshalb mindestens einmal jährlich stattfinden. Ziele der Alarmübungen sollten sein:

  • Einüben des richtigen Verhaltens der Mitarbeiter bei Bränden, Notfälle oder Explosionen,
  • Vermeidung von Panikhandlungen,
  • Erprobung der Betriebsbereitschaft von Feuermelde- und Alarmeinrichtungen,
  • Vermittlung notwendiger Kenntnisse zu den Flucht- und Rettungswegen,
  • Aufsuchen der richtigen Sammelplätze,
  • Vermittlung einer raschen Brandmeldung und der Handhabung der Löscheinrichtungen.