Zahlreiche Gesetze und Vorschriften schreiben dem Unternehmer/Arbeitgeber vor, welche Maßnahmen zur Brandbekämpfung notwendig sind. Für den Bereich des betrieblichen Brandschutzes trägt allein der Unternehmer die Verantwortung.

Der Brandschutzhelfer hingegen hat lediglich eine unterstützende Funktion im vorbeugenden Brandschutz, und zwar im Rahmen seiner Möglichkeiten. Wenn möglich, sollen alle Personen aus dem Gefahrenbereich gerettet werden, denn Menschenrettung geht vor Brandbekämpfung.

Auch der Gesetzgeber stellt den Personenschutz an erste Stelle. So muss § 323c des deutschen Strafgesetzbuchs (StGB) beachtet werden, bei dem es um unterlassene Hilfeleistung geht:
“Wer bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bestraft.”

Bei einem Brandfall handelt es sich um eine solche gemeine Gefahr im Sinne dieser Vorschrift. Für den Brandschutzhelfer stellt sich die Frage, was konkret von ihm in einem solchen Fall verlangt werden kann – einerseits um die ihm übertragenen Aufgaben zu erfüllen, andererseits aber auch, um sich nicht der Gefahr des Vorwurfs der unterlassenen Hilfeleistung auszusetzten.

Der gesetzliche Maßstab orientiert sich hier daran, was “nach den Umständen” zumutbar ist. Dabei richten sich die Art und das Maß der Hilfe nach den Fähigkeiten und Möglichkeiten des Brandschutzhelfers. Diese wiederum orientieren sich an seiner Persönlichkeit, seinen psychischen und geistigen Kräften, aber auch an dem, was er aufgrund seiner Lebenserfahrung und Vorbildung an Hilfemöglichkeiten erlangt hat.

Mit anderen Worten: Der Brandschutzhelfer muss im Notfall seine erlernten Verhaltensmuster abrufen können, wobei nicht mehr von ihm verlangt werden darf, als seiner Persönlichkeit zugemutet werden kann.
Die Grenze für seinen Einsatz ist in jedem Fall dort zu ziehen, wo eine erheblich eigene Gefährdung beginnt.

Unabhängig davon wäre eine Strafbarkeit zudem nur bei einem vorsätzlichen Unterlassen der Hilfeleistung gegeben. Vorsatz liegt dann vor, wenn der Brandschutzhelfer eine akute Gefahr erkennt und auch weiß, dass er handeln müsste, sich aber dennoch dafür entscheidet, untätig zu bleiben.
Fahrlässigkeit allein, sogar grobe Fahrlässigkeit des Brandschutzhelfers, würde jedoch keine Strafbarkeit begründen.